Gärtnerstadt Bamberg

Rundweg Bamberger Gärtnerstadt

Bamberg hat seinen Weltkulturerbe-Status nicht nur für seine schöne Altstadt, sondern auch für die Gärtnerstadt erhalten. Einzigartig für eine Stadt dieser Größe, befinden sich innerhalb des Stadtgebiets, Gärtnereien in denen Gemüse und Blumen angebaut werden. Die Gärten sind von außen meist gar nicht zu sehen, da die Häuser davor aneinander gebaut sind. Teils führt nur eine Toreinfahrt durch das Gärtnerhaus, zu den Gärtnereien.

Bekannt ist Bamberg vor allem für den Zwiebelanbau, daher auch der Spitzname Bamberger Zwiebeltreter. Aber auch durch den Süßholzanbau war die Weltkulturerbe-Stadt europaweit bekannt. Seit ein paar Jahren wird die Tradition des Süßholzanbaus wieder fortgesetzt. Es besteht auch die Möglichkeit direkt in den Gärtnereien Blumen, Gemüse oder Kräuter einzukaufen.

Rundwanderweg durch die Gärtnerstadt

Gärtnerei

Gärtnerei

Auf 18 Informationstafeln wird viel wissenswertes über die Geschichte, sowie Gegenwart der Gärtnerstadt vermittelt. Diese Infotafeln sind auf einem gut 5 Kilometer langen Rundweg verteilt. Wobei es sich eigentlich um zwei aneinander hängende Rundwege handelt. Man kann die Wanderung also auch auf zwei Sonntagsspaziergänge aufteilen. Übrigens sollte man die Gärtnerstadt in der Stadtmitte, nicht mit der Gartenstadt im Osten Bambergs verwechseln.

Die Untere Gärtnerei

Der erste Rundweg ist etwa 2,5 km lang auf ihm liegen die Stationen 1 bis 10. Diese Stationen liegen überwiegend im Bereich der Unteren Gärtnerei. Wir starten unsere Wanderung in der Oberen Königsstraße auf Höhe der Kettenbrücke. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht die erste Infotafel.

Brauereien in der Königsstraße

Hier befindet sich das Gebäude der ehemaligen Brauerei Großkopf. Wenige Meter danach erreichen wir bereits die zweite Tafel, mit Informationen zu Bambergs Brauereien. Alleine in der Königsstraße gab es einst 22 Brauereien. Von diesen sind nur noch die Brauereigaststätten Fässla, sowie gegenüber das Spezial, übrig geblieben.


Gärtner- und Häcker-Museum

Gärtner und Häcker Museum

Gärtner und Häcker Museum

Bei der Brauereigaststätten Fässla biegen wir nach links in die Letzengasse ab. Es geht vorbei an der ehemaligen Wachsbleiche, bis zur Mittelstraße. Vor der Gärtnerei Niedermaier, steht das Gärtner- und Häcker-Museum. Ein Gärtnerhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde zum Museum umgebaut. Es werden sowohl die Wohnräume, als auch Arbeitsgeräte der Gärtner ausgestellt. Außer dem Museum, werden im Innenhof auch noch Gemüse, Kräuter und Blumen angebaut. Da ich diese Wanderung an einem Werktag im November unternommen habe, war das Museum geschlossen. Als Bamberger hatte ich es natürlich schon einmal besichtigt.

Betriebe der Unteren Gärtnerei

Hofstadt-Gärtnerei Carmen Dechant

Hofstadt-Gärtnerei Carmen Dechant

In der Mittelstraße biegen wir jetzt nach rechts ab, wenige Meter danach links in die Spitalstraße. Am Ende der Straße geht es nach links in die Heiliggrabstraße. Kurz danach erreichen wir die Hofstadt-Gärtnerei Carmen Dechant auf der linken Straßenseite. Der Chef hat mich ausführlich über den Anbau und Vertrieb seiner Gärtnerei informiert. Freundlicherweise durfte ich noch ein Bild seiner Gärtnerei abfotografieren, da es im Herbst nicht so viele bunten Pflanzen gibt.

Aussichtsplattform Gärtnerstadt

Aussichtsplattform Gärtnerstadt

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich die Gärtnerei Neubauer. Wir laufen weiter bis zur Gärtnerei Böhmerwiese, direkt davor befindet sich die Aussichtsplattform Gärtnerstadt. Von dem extravaganten Bauwerk aus, das leicht schief realisiert wurde, hat man einen freien Blick auf mehrere Gärtnereien. Wir laufen wieder ein kurzes Stück zurück und biegen links in den Spiegelgraben ein. Auf der linken Straßenseite befindet sich hinter den Häusern die Gärtnerei Schumm.

Kloster zum heiligen Grab

Kloster zum heiligen Grab

Kloster zum heiligen Grab

Am Ende des Spiegelgrabens biegen wir nach rechts in die Klosterstraße ab. Nach wenigen Metern erreichen wir das Kloster zum heiligen Grab. Das Dominikanerinnen-Kloster besteht schon seit mitte des 14. Jahrhunderts. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster im Rahmen der Säkularitation aufgelöst. Ab 1923 wurde die Klosterkirche restauriert, danach zogen wieder Dominikanerinnen ein. Die Klosterkirche ist von außen recht unscheinbar, aber von innen sehr sehenswert.

Stationen 7 bis 10

St. Gangolf

St. Gangolf

Wir laufen wieder zurück bis zum Ende der Klosterstraße und biegen nach rechts in die Ludwigstraße ab. An der Kreuzung zur Luitpoldstraße steht die Infotafel Nr. 7, der Bahnhof. Bereits seit dem Jahr 1844 ist Bamberg an die Bahntrasse Nürnberg / Fürth angeschlossen. Wir folgen der Luitpoldstraße bis zur Station 8, Großstadt Bamberg. Auf der Straßenseite gegenüber geht es jetzt in die Theuerstadt. Am Ende der Straße steht die Kirche St. Gangolf, eine katholische Pfarrkirche. In der Ecke zur Oberen Königsstraße befindet sich das Gebäude, der ehemaligen Brauerei Mohrenpeter.

Jetzt kann man entweder entlang der Oberen Königsstraße zurück zum Startpunkt, oder man hängt den zweiten Rundweg an. Dazu folgt man in der anderen Richtung dem Steinweg, bis zur Egelseestraße.

Die Obere Gärtnerei

Der zweite Rundweg ist knapp 3 km lang, hier folgen die Informationstafeln 11 bis 18. Dieser Weg liegt vollständig im Bereich der Oberen Gärtnerei. Am Anfang der Egelseestraße steht das Gebäude der ehemaligen Samenhandlung Deuber. Daneben die Infotafel Nr. 11 mit dem Thema Gemüsesamen als Globalisierungsbeitrag.


Wir folgen dem Verlauf der Egelseestraße, bis zur Peuntstraße die wir überqueren. Auf der anderen Seite biegen wir rechts ab, wenige Meter später geht es nach links. Hier führt die Egelseestraße weiter. Es folgt Station 12 mit Informationen zu den Bamberger Gärtnerhaus-Typen. Gegenüber gibt es Hinweise über Religiöse Male, das sind z.B. Bildstöcke, Kreuze oder Heiligenfiguren.

Stadtteil Wunderburg

Maria Hilf Kirche

Maria Hilf Kirche

Wir folgen weiter der Egelseestraße, vorbei an der Gärtnerei Hans-Jürgen Eichfelder, bis zur Wunderburg. Hier steht die Pfarrkirche Maria Hilf, eine schöne neugotische Kirche, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Gegenüber der Kirche befindet sich die Brauerei Keesmann, ein Stück weiter auf der anderen Seite das Mahrs-Bräu. Auf Höhe vom Mahrs-Bräu biegen wir nach links in die Holzgartenstraße ab.

Hier steht das Hinweisschild Majoran und Wunderburgschule. Der Majoran wurde in Bamberg früher so intensiv angebaut, dass er sogar in den Dachböden der Schulen, zum Trocknen aufgehängt wurde. Wir folgen der Holzgartenstraße bis zur Nürnberger Straße, in die wir links einbiegen. Station 16, die ehemalig Königlich Bayerische Koppenhofkaserne, wird heute als Gewerbegebiet genutzt. Wir folgen der Nürnberger Straße, vorbei an der Bamberger Kräutergärtnerei Mussärol. Weiter bis zur Plattengasse, in die wir links einbiegen. Nach einem kurzen Stück erreichen wir die Infotafel 17 mit dem Thema Süßholz.

Zurück zum Startpunkt

Es geht wieder zurück zur Nürnberger Straße, der wir weiter folgen. Vorbei an der Gärtnerei Blumen Hohe, bis zur Station 18 Katharinenhof. Ein kurzes Stück später sind wir wieder am Startpunkt des zweiten Rundweges angelangt. Von der Strecke her kann man beide Rundwege locker am Stück laufen. Aber auf Grund der Menge an Informationen und Sehenswerten, habe ich die Wanderung auf zwei Tage verteilt. Allerdings wohne ich auch direkt am Rundweg Gärtnerstadt.


* Wanderkarte Gärtnerstadt Bamberg
Wanderkarte Gärtnerstadt

Bundesland: Bayern
Region: Oberfranken
Wanderwege: geteerte und gepflasterte Fußwege
Streckenlänge: 5,5 km
Beschilderung: Infotafeln Station 1 bis 18